Klagenfurt im Winter ist eine Eislaufstadt. Das liegt einerseits am KAC, jenem Eishockey-Verein, der mit 30 Meistertitel den Rekord in Österreich hält. Andererseits bietet der Wörthersee, wenn zugefroren, ein unvergleichliches Eislauferlebnis. Trotz des kalten Winters reichte es auch heuer nicht, dass sich auf dem Wörthersee eine zum Eislaufen geeignete Eislauffläche bildete. Kärnten ist jedoch reich an Seen, und so gab es genügend Möglichkeiten, diesen Sport zu genießen.

Wir begaben uns auf die Suche nach Natureisflächen direkt in der Stadt und wurden am Lendkanal und am unteren Kreuzberglteich fündig.

Der Lendkanal ist eine im 16. Jahrhundert angelegte, vier Kilometer lange Wasserstraße, die die Klagenfurter Innenstadt mit dem Wörthersee verbindet. Wenn sich eine Eisdecke bildet, wird diese vom Eislaufverein Wörthersee (www.evw.at) kontrolliert und bei ausreichender Eisstärke für das Publikum freigegeben. Angeblich soll es früher einmal möglich gewesen sein, vom Stadtzentrum über den Lendkanal und dem Wörthersee eislaufenderweise bis nach Velden zu gelangen. Das ist heutzutage nicht mehr vorstellbar. Gründe dafür sind das bereits erwähnte fehlende Eis am Wörthersee und die Autobahnbrücke, die den Lendkanal ungefähr in der Mitte überspannt. Das für die Straße verwendete Streusalz trifft auch den darunterliegenden Kanal und greift die Eisdecke so an, dass ein gefahrloses Betreten nicht möglich ist.

Die verbleibenden ca. 1,5 Kilometer sind trotzdem nicht minder sehenswert. Über eine breite Rampe auf der einen und eine Stiege auf der anderen Seite des Kanals im Lendhafen gelangten wir bequem auf die Eisfläche.
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Nach ein paar Schlittschuhschritten Richtung Westen hatten wir bereits den Jergitschsteg erreicht.
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Weiter ging die Fahrt im tiefen Einschnitt des Kanals. Den Verkehr auf der parallel verlaufenden Villacher Straße nahmen wir nur ganz schwach wahr, als der Rizzisteg in Sicht kam, eine 1902 errichtete Jugendstil-Fußgängerbrücke (siehe Titelbild). Bald danach gelangten wir zum Wendepunkt vor der besagten Autobahnbrücke, dahinter war die älteste Brücke über den Lendkanal erkennbar, die Steinerne Brücke.
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Auf dem Rückweg genossen wir die perfekt präparierte Eisfläche, bis wir schließlich wieder den Ausgangspunkt im Lendhafen erreichten und den Ausblick auf die evangelische Johanneskirche genossen.
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Unsere Rückfahrt gibt es auch auf Video:

Die zweite Natureisfläche, die wir vorstellen wollen, befindet sich am unteren Kreuzberglteich hinter dem Fischerwirt in der Ziggulnstraße. Der untere Kreuzberglteich ist alljährlich eine der ersten Natureisflächen, auf der das Eislaufen erlaubt wird. Das besondere an diesem Eislaufplatz ist die Beleuchtung durch ein Flutlicht. Dieses leuchtet von Montag bis Freitag bis 19 Uhr (nicht, wie im Internet zu lesen ist, bis 20 Uhr). Die Zeit sollte beachtet werden, da ansonsten der Rückweg im Dunkeln angetreten werden muss. Bei unserem Besuch war die Qualität der Eisfläche nicht so gut, obwohl das abgestellte Räumfahrzeug auf eine Betreuung schließen lässt. Das Ambiente des Teiches und die Stimmung durch die Beleuchtung ließ uns diesen Mangel jedoch schnell vergessen.
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M.A.R.S. on ice:
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