Von Klagenfurt kommend Richtung Norden ist das Metnitztal das letzte Tal vor der Landesgrenze zur Steiermark. Dass dieses Tal eine einzigartige Fahrzeugsammlung beherbergt, davon haben wir schon gehört, konnten es aber nicht so richtig glauben. Um uns selbst davon ein Bild zu machen, fuhren wir an einem trüben Wintertag nach St. Salvator, einem kleinen Ort am Beginn des Metnitztales, etwa sechs Kilometer von Friesach entfernt. Gleich neben der Kirche befindet sich das Landhotel Seppenbauer (www.seppenbauer.eu). Dies beherbergt mit dem Oldtimer-Museum den ersten Teil des Automuseums. Der Museumseingang ist über das Gasthaus zu erreichen, einfach an der Theke die Münzen kaufen, mit denen der Zutritt zum Museumsbereich im ersten Stock ermöglicht wird.

Wir waren sofort geblendet vom Glanz der ausgestellten Fahrzeuge. Diese machten fast einen neuwertigen Eindruck, sodass wir uns sofort die Frage stellten, wie aufwendig es sein muss, jeden Tag die Staubkörner davon zu entfernen (wir konnten wirklich kein einziges entdecken). Die Palette der Ausstellungsstücke reicht von Autos vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis etwa in dessen 60er-Jahre. Bis auf wenige Ausnahmen handelt es sich dabei nicht um Alltagsfahrzeuge, sondern eher um Luxuskarossen. Zwischen den Autos gibt es einen einzigartigen Doppeldecker aus dem Ersten Weltkrieg zu bewundern. Eine Motorrad- sowie eine Vespa-Sammlung im Dachboden komplettieren diesen Museumsteil.
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Nach diesem Erlebnis machten wir uns auf den Weg zum zweiten Museum. Dieses befindet sich nicht ganz 100 Meter vom Gasthaus entfernt auf der anderen Straßenseite, ist aber bereits von außen deutlich zu erkennen durch ein Sieger-Fahrzeug der Rallye Paris-Dakar, das uns aus einem großzügigen Fenster entgegenlachte, und den fantasievoll gestalteten Eingangsbereich.
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Auch bei diesem Museum gibt es keinen Wärter. Hinter der Eingangstür standen wir zunächst vor einer Drehtür, durch die wir wieder mit Hilfe der bereits bekannten Eingangsmünzen kamen. Wir hatten diese bereits ebenfalls im Gasthaus erworben, ansonsten wäre an dieser Stelle noch ein Münzautomat zur Verfügung gestanden (die maximale Einheit, die dieser entgegennimmt, ist ein 20-Euro-Schein). Nach dem Betreten dieses Museums war uns sofort klar, dass wir uns in einem Neubau befanden, der extra für diesen Zweck errichtet wurde. Die Fahrzeuge sind noch viel großzügiger präsentiert, sodass wir sie von allen Seiten bewundern konnten. Im Erdgeschoß und im ersten Stock sind Sportwagen ausgestellt (sowohl Oldtimer als auch relativ moderne Fahrzeuge). Wie bereits gewohnt sind alle Ausstellungsstücke in einem bemerkenswerten Zustand. Wir können zwar nur den optischen Zustand bewerten, aber die meisten Fahrzeuge sind fahrtauglich und werden regelmäßig bewegt, um Standschäden zu vermeiden.
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Im Keller empfing uns eine Traktoren-Sammlung, für die das beleuchtete Bergpanorama den optimalen Hintergrund abgab. Eine nachgebildete Scheune mit zwei Fahrzeugen im Scheunenfund-Zustand zeigte uns, wie viel Liebe, Zeit, Engagement und Geld nötig sein müssen, um die Fahrzeuge in den glanzvollen Zustand zu bringen.
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Selten waren die Eindrücke so überwältigend wie nach diesem Museumsbesuch, wobei dies nicht nur die technikbegeisterten Jungs unserer Runde betraf. Dies lag einerseits an den geringen Erwartungen an ein Museum (fast) im Nirgendwo und andererseits an der Qualität der ausgestellten Exemplare sowie an deren Präsentation. Wir bekamen Fahrzeuge zu Gesicht, die sowohl selten sind als auch eine einmalige Geschichte haben (z.B. Auto von Fürst Rainier III. von Monaco sowie die Dienstfahrzeuge von Jochen Rindt und Sebastian Vettel). Über Geld wird unter Sammlern zwar nicht gerne gesprochen, ein Großteil der gezeigten Stücken ist sicher der Kategorie „unbezahlbar“ zuzuordnen. Die Sammlung befindet sich, ebenso wie das Landhotel Seppenbauer, im Besitz von Gerhard Porsche, einem Enkel des Käfer-Erfinders Ferdinand Porsche, und wird vom KFZ-Meister und Oldtimer-Experten Andreas Jung betreut (www.oldtimer-jung.at). Sie ist von 10 bis 20 Uhr zugänglich, die Ruhetage richten sich nach jenen des Landhotels Seppenbauer (immer montags sowie Betriebsurlaub – aktuell 13. bis 20. Februar). Der Eintrittspreis beträgt für Erwachsene sechs Euro pro Museumsteil (d.h. zwölf Euro für die gesamte Ausstellung), Kinder bis zum 12. Lebensjahr sind frei.

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