Sizilien oder der Gardasee sind die typischen Regionen, die mit Zitronen in Verbindung gebracht werden. Doch auch beim Faaker See, einem beliebten Badesee im Süden von Kärnten, haben diese Früchte eine Heimat gefunden. Michael Ceron gestaltete aus seiner Leidenschaft zu den Zitruspflanzen seine Gärtnerei allmählich zu einer mediterranen Oase um, in der mittlerweile ungefähr 280 verschiedene Zitrussorten aus der ganzen Welt Europas größte Zitrus-Sortensammlung in Bio-Anbau bilden.

Nach einem nächtlichen Wintereinbruch war unser Besuch etwas surreal, als wir durch den Schnee am Parkplatz stapfend in das Land der Zitronen eintauchten. Wie bereits erwähnt, der Zitrusgarten befindet sich in einer Gärtnerei, dementsprechend sind die Ausstellungsräume deren Glashäuser. Der erste Weg führte uns in das kleine Gewächshaus, in dem die Früchte in Töpfen gezogen werden. Gleich zu Beginn wurden wir von einem Exemplar der größten Sorte begrüßt:

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Die Ausstellung wird in einem größeren Glashaus fortgesetzt. Im vorderen Teil befindet sich die Eventhalle, in der immer wieder Veranstaltungen stattfinden (nähere Infos dazu gibt es auf der Homepage des Zitrusgartens) und die auch für solche gebucht werden kann. Dahinter begrüßte uns ein sitzender Buddha im Indoorgarten, wo die Pflanzen großteils direkt aus der Erde wachsen.
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Der Buddha ist sicher eine Anspielung auf Buddhas Hand, dem Star unter den Zitrusfrüchten. Diese kostbare Sorte verblüfft durch ihr bizarres Äußeres, die an Finger einer Hand erinnert, besitzt aber weder Fruchtfleisch noch Saft. In der Spitzengastronomie wird diese alte Zitronensorte wie ein Gewürz verwendet. Wir entdeckten zwei Exemplar auf einem Dekoteller in der Eventhalle:
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Für uns war besonders faszinierend, wie unterschiedlich die Größen, Farben und Formen der einzelnen Sorten sind. Manche Gewächse schrecken ihre Feinde durch lange Dornen ab:
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Zum Abschluss wurde uns noch ein hausgemachter Bio-Zitroneneistee angeboten. Die anfängliche Skepsis war darin begründet, dass wir eigentlich keinen Eistee mögen. Das uns dargebotene Getränk hat aber mit einem Eistee aus dem Supermarkt überhaupt nichts zu tun, sodass wir gleich begeistert eine Flasche mit nach Hause nahmen. Das Geschmackserlebnis war damit aber noch nicht zu Ende, denn ohne die Verkostung unterschiedlicher Zitrus-Marmeladen, hergestellt vom Partnerbetrieb aus der Toskana, durften wir den Zitrusgarten nicht verlassen. Der Chef des Hauses war zwar nicht anwesend (er befand sich auf dem Weg zu einer Gartenausstellung in Niederösterreich), er wurde aber würdig vertreten, und so erfuhren wir nebenbei viel Wissenswertes über die Aufzucht und Haltung von Zitronen.
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Der Zitrusgarten befindet sich in einer Wohnsiedlung am Rand von Faak am See. Der Weg dorthin ist ausgeschildert und daher nicht zu verfehlen. Der Eintritt kostet 5 Euro pro Person, in den Wintermonaten ist der Garten von Montag bis Samstag von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Den Tipp, dieses Ausflugsziel zu besuchen, erhielten wir von Gerlinde Klammer-Minichberger, die Gästen Reiseschätze aller Art näherbringt (http://www.reiseschaetze.at/).

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