Unsere Wanderschuhe drängten aufgrund des herrlichen Frühlingswetters darauf, endlich aus dem Schrank hervorgeholt zu werden. Da wir absolut keine Lust auf Schnee hatten, entschieden wir uns dafür, auf niederer Seehöhe zu wandern. Als Ziel wählten wir die Burgen in Friesach. Diese prägen bis heute das Stadtbild der ältesten Stadt Kärntens.

Wir stellten unser Auto auf dem Parkplatz an der Landesstraße L62 nahe dem nördlichen Ende des Stadtgrabens ab. Von dort ist es nur eine kurze Wegstrecke ins Zentrum, die direkt an der Stadtpfarrkirche St. Bartholomäus vorbeiführt. Diese Kirche wurde im Jahr 1187 erstmals urkundlich erwähnt, im Lauf der Jahrhunderte aber immer wieder verändert. Der Hochaltar stammt aus dem Jahr 1679, die leuchtenden Glasfenster dahinter großteils aus dem 13. und 14. Jahrhundert.

2017-03-25_DSC_65642017-03-25_DSC_6560

Nur wenige Schritte weiter gelangten wir zum Hauptplatz von Friesach, wo wir im Eingangsbereich eines alten Bürgerhauses einen gotischen Stein von 1466 entdeckten.

2017-03-25_DSC_65712017-03-25_DSC_65682017-03-25_DSC_6566

Am westlichen Ende des Platzes befindet sich der Metnitztalerhof. An diesem kamen wir bei unserer Wanderung zwei Mal vorbei. Zunächst ging es rechts davon vorbei in die Sackgasse. Diese Gasse ist nicht danach benannt, dass in ihr für den Verkehr bald das Ende erreicht ist, sondern nach dem Teil der Stadt, in der sie sich befindet, dem sogenannten Sack. Auch das Sacktor aus dem 13. Jahrhundert, bei dem die Gasse in einen Wanderweg übergeht, zeugt davon.

2017-03-25_DSC_6574

Leicht bergauf führte uns der Weg zunächst an einer Mauer entlang zwischen den Erhebungen in den Wald hinein. Dort bemerkten wir zum ersten Mal das Schild „Burgenwanderweg“, dessen offiziellen Verlauf wir aber nur zum Teil folgen wollten.

2017-03-25_DSC_65782017-03-25_DSC_6576

Die Steigung endete am Parkplatz für die Friesacher Burghofspiele, jenes Freilufttheater, das zu einem Fixpunkt der Sommersaison zählt. Nach der Überquerung des Parkplatzes war unser nächstes Ziel bereits in Sicht:

2017-03-25_DSC_6582

Um dorthin zu gelangen hielten wir uns links, querten am Barbarabadweg zunächst eine Wiese, um danach in den durch das noch fehlende Laub gar nicht so finsteren Wald einzutauchen.

2017-03-25_DSC_6583

Dieser gab nach kurzer Zeit auf der rechten Seite den Blick auf die Burg Geiersberg frei. Der markante, 38 Meter hohe Bergfried stammt aus dem Jahr 1271. Der größte Teil der Burg wurde jedoch erst in den Jahren 1911 bis 1912 in historisierenden Stil gebaut. Die Burg befindet sich heute in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden.

2017-03-25_DSC_6589

Unmittelbar nach diesem Ausblick führte uns ein schmaler Pfad rechts steil nach unten zum Geyersbergweg direkt vor das verschlossene Zufahrtstor der Burg. Schade, dass wir unsere Neugierde, was sich wohl hinter den Mauern verbirgt, nicht stillen konnten. Also folgten wir der Straße nach rechts bis zur Kreuzung mit dem Petersbergweg. Den Hinweis auf den Petersberg folgend gingen wir nun diese Straße entlang. Ab nun ging es wieder bergauf, zunächst vorbei an der evangelischen Martin-Luther-Kirche, eindeutig der modernste Sakralbau entlang unserer Wanderung.

2017-03-25_DSC_6595

Weiter bergauf kamen wir an eine bereits bekannte Kreuzung. Wir hielten uns links, um zum Petersberg zu gelangen. Die Burgmauern kamen immer näher, bis wir schließlich die Anhöhe erreicht hatten.

2017-03-25_DSC_65972017-03-25_DSC_6598

Wir empfehlen, für die Erkundung der Burg etwas Zeit vorzusehen. Das Museum im 28,3 Meter hohen romanischen Bergfried befand sich bei unserem Besuch zwar noch im Winterschlaf, und das Innere der Burg mit dem Schauplatz der Burghofspiele war ebenfalls nicht zugänglich, trotzdem gab es viel zu entdecken.

2014-03-25_DSC_66012017-03-25_DSC_66172017-03-25_DSC_6618

Besonders faszinierend ist die Aussicht auf die Stadt und ihre Kirchen.

2017-03-25_DSC_66232017-03-25_DSC_66192017-03-25_DSC_66242017-03-25_DSC_6626

Die Peterskirche, die Kapelle direkt am Petersberg, wurde 927 erstmals erwähnt und gilt somit als die erste Pfarrkirche Friesachs.

2017-03-25_DSC_6630

Rechts unterhalb der Kapelle zeigte uns ein Tor den Zugang zum Narrensteig, unserem Weg nach unten.

2017-03-25_P1030125

Wir zählten 307 Stufen, auf denen wir den Petersberg hinter uns ließen und der Stadt wieder näher kamen.

2017-03-25_DSC_66412017-03-25_P1030129

Unten angekommen waren wir nach einer Wendung nach rechts wieder auf dem Hauptplatz. Diesmal gingen wir links am Metnitztalerhof vorbei in die Seminargasse bis zur Heiligenblutkirche. Der Name stammt von einem Blutwunder, der Verwandlung der Hostie in Fleisch und des Weines in Blut, das sich dort 1238 ereignet haben soll. Die Kirche war Teil einer Klosteranlage und wurde nach einem Brand wieder errichtet, während vom Kloster nur mehr Reste zu sehen sind.

2017-03-25_DSC_66502017-03-25_DSC_6655

Diese Reste befanden sich rechts des Weges, während wir links davon eine kleine Höhle in der Felswand erkundeten.

2017-03-25_DSC_6652

Allzu lange hielten wir uns nicht dort auf, denn schließlich wollten wir die nächste Burg erobern. Der Steig zum Rotturm führte uns an Mauerresten vorbei, wieder durch ein Tor bis zu einer Kreuzung.

2017-03-25_DSC_66672017-03-25_DSC_6671

Bei dieser wanderten wir rechts in Richtung Rotturm. Nach einem kurzen Weg an einer Quelle vorbei gelangten wir in den Innenhof der Burg. Bänke laden dort zum Verweilen und zum Genießen der traumhaften Aussicht ein.

2017-03-25_DSC_66762017-03-25_DSC_66802017-03-25_DSC_6702

Wir konnten uns nur schwer von diesem Platz trennen, gingen den bekannten Weg zurück bis zur erwähnten Kreuzung, um von dort den Weg geradeaus in Richtung Virgilienberg einzuschlagen. Neben dem Weg sind die Ziele eines Bogensport-Parcours zu sehen, es empfiehlt sich dort daher, den Weg nicht zu verlassen und nach Sportlern Ausschau zu halten.

2017-03-25_DSC_6715

Am Waldrand war links unser nächstes Ziel, die Kirchenruine am Virgilienberg zu sehen. Um zu dieser zu gelangen, folgten wir dem Wanderweg über eine kleine Brücke und zwischen Häuser zur Egydigasse. Nach links wanderten wir leicht bergab an den Resten des Heidentores aus dem 13. Jahrhundert vorbei, bis wir unmittelbar danach rechts in den Virgilienbergweg einbogen. Es folgte der letzte steile Anstieg zur Kirchenruine aus dem 13. bis 14. Jahrhundert. Für uns war das der beeindruckendste Bau unseres Ausfluges. Zwischen den Mauern der Ruinen zu stehen mit Blick auf die fehlenden, ca. neun Meter hohen Spitzbogenfenster im Chorraum, vermittelt ein Gefühl, das eigentlich nicht beschrieben werden kann.

2017-03-25_DSC_67242017-03-25_DSC_67252017-03-25_DSC_67432017-03-25_DSC_6738

Nach dem Abstieg auf demselben Weg brauchten wir nur drei Mal bei nächster Gelegenheit nach rechts abzubiegen. Durch die Nadlergasse hindurch gelangten wir so wieder auf die Landesstraße, die wir aber gleich wieder verließen, als auf der linken Seite der Beginn des Stadtgrabens in Sicht kam. Unmittelbar an der 1.820 Meter langen Zinnenringmauer aus dem 13. Jahrhundert entlang gingen wir links vom Wassergraben bis zur Brücke beim ehemaligen Olsartor, wo auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine Bäckertauche zu sehen ist. In einer solchen wurden die Bäcker im 16. Jahrhundert ins Wasser getaucht, wenn sie durch zu kleine Brote ihre Kundschaft betrügen wollten.

2017-03-25_DSC_67932017-03-25_DSC_68002017-03-25_DSC_68012017-03-25_DSC_6806

Über die Brücke querten wir den Wassergraben und gingen neben diesem weiter, bis wir kurz vor dessen Ende rechts einen kleinen Abstecher zur Dominikanerkirche machten. Die Ursprünge des Baus stammen aus dem 13. Jahrhundert, mit 74 Meter ist sie die längste Kirche Kärntens.

2017-03-25_DSC_68102017-03-25_DSC_68112017-03-25_DSC_6818

Mit dem Ende des Stadtgrabens war auch das Ende unseres Weges an der Landesstraße erreicht, da rechts auf der anderen Straßenseite bereits der Parkplatz zu sehen war. Die normalerweise 2,5-stündige Wanderung, die wir durch das Erkunden der vielen Mauerreste, Fotografieren, Rasten, Jausnen und Genießen der Aussichtspunkte in der Frühjahrssonne auf fast vier Stunden ausdehnten, verging wie im Flug. Das ewige bergauf, bergab ließ den Weg ebenfalls kurzweilig erscheinen. Auch unsere Kinder waren mit Begeisterung dabei. Mit kleineren Kindern ist wegen der Länge und den Steigungen zwischendurch zu überlegen, ob der Weg nicht in kleinere Teile aufgeteilt werden soll. Die nachfolgende Karte gibt einen Überblick über unsere Runde. Allen diesem Vorschlag folgenden Wanderern wünschen wir viel Spaß und genussreiche Ein- und Ausblicke!

Friesach_Wegverlauf
Kartenausschnitt © OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA

 

Advertisements