Ostern gilt als das wichtigste Fest der Christenheit. Zum Gedenken an die Leidensgeschichte Jesu entstanden vielerorts Kreuzwege. Aus Anlass der Karwoche betrachteten wir jenen am Kreuzbergl in Klagenfurt einmal genauer.

Das Kreuzbergl gilt als Hausberg und durch seine vielen Wanderwege als Naherholungsgebiet der Klagenfurter Bevölkerung. An dessen östlichen Ende befindet sich der Kreuzweg am Fuß der 1742 eingeweihten Kreuzberglkirche. Er entstand erst nach dem Bau der Kirche und wurde in den 1950er-Jahren entscheident verändert, indem er zur Landesgedächtnisstätte umgewandelt wurde.

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Diese Umgestaltung als Erinnerung an die Opfer der beiden Weltkriege ist durchaus kontroversiell zu betrachten:

Einerseits liegt dies an dem mit der Gestaltung des Kreuzweges betrauten Künstler Karl Bauer (1905 – 1993). Er setzte sich bereits für die Ideen des Nationalsozialismus ein, als dieser noch illegal war. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg galt er als traditionalistischer Künstler, der die Moderne in der Kunst ablehnte.

Andererseits wurden die Kreuzwegstationen durch Gedenksprüche für bestimmte Opfergruppen ergänzt. Bestimmte Gruppen, wie beispielsweise die Opfer der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft, werden aber nicht erwähnt – wenn überhaupt, sind sie in dieser Landesgedächtnisstätte nur mitgemeint. Die Mosaike der Landesgedächtnisstätte bedienen sich zwar der christlichen Symbolik, inhaltlich wird durch das Gesamtensemble die Passion Jesu jedoch mit dem Soldatentod verknüpft.

Wir wollen uns nun aber dem Inhalt des Kreuzweges zuwenden. Dieser enthält neben den 14 traditionellen Stationen noch zusätzliche Bilder, die zur Thematik passen. Die eigentlichen Kreuzwegbilder sind:

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  • Jesus wird zum Tod verurteilt.
  • Jesus nimmt das Kreuz auf die Schultern.
  • Jesus fällt das erste Mal unter dem Kreuz.

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  • Jesus begegnet seiner Mutter.
  • Simon von Cyrene hilft Jesus, das Kreuz zu tragen.
  • Veronika reicht Jesus das Schweißtuch.

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  • Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz.
  • Jesus begegnet den weinenden Frauen.
  • Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz.

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  • Jesus wird seiner Kleider beraubt.
  • Jesus wird an das Kreuz genagelt.
  • Jesus stirbt am Kreuz.

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  • Jesus wird vom Kreuz genommen und von seiner Mutter beweint.
  • Der Leichnam wird in das Grab gelegt.
  • Das letzte Bild ist ein Beispiel für eines der zusätzlichen Bilder des Kreuzweges und zeigt die Auferstehung Jesu. Bei manchen Kreuzwegen ist die Auferstehung ganz offiziell die 15. Kreuzwegstation.

Vor der Kreuzberglkirche eröffnete sich uns ein traumhafter Blick über die Klagenfurter Innenstadt. Die Radetzkystraße bildet dabei eine direkte Sichtachse zur Stadtpfarrkirche.

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Etwas versteckt hinter der Kreuzberglkirche, durch die Baumschlägerungen der letzten Jahre aber wieder etwas besser sichtbar, befindet sich eine Kalvarienberggruppe, die bereits 1692 errichtet wurde.

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Die Lichteffekte durch die Sonneneinstrahlung lenkten zum Abschluss des Besuches unsere Bedenken zur Landesgedächtnisstätte endgültig auf die Botschaft der Ostergeschichte, die nicht nur in der Karwoche am Kreuzbergl im Mittelpunkt stehen sollte.

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Quellen:

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