Die Slizza-Schlucht bei Tarvisio (Tarvis) bietet eine abwechslungsreiche Wanderung, die vor allem im Sommer eine willkommene Abkühlung bietet. Diese ca. 1,5 Stunden kurze Wanderung bietet sich dafür an, die Kalorien nach dem Genuß einer italienischen Pizza wieder zu verbrennen. 😉

Wir wollten aber nicht bis zum Sommer warten und begaben uns an einem warmen Frühlingstag in diese Klamm. Unser Auto parkten wir in der Via Bamberga unweit der Autobahnabfahrt von Tarvisio. Bis zu dieser Abfahrt ist von Österreich kommend die italienische Autobahn noch mautfrei. Ist dieser Parkplatz am Straßenrand besetzt, gibt es etwas weiter direkt gegenüber dem Bahnhof noch Parkmöglichkeiten (siehe die Karte am Ende des Beitrags).

Nach einem kurzen Fußweg zweigt links von der Straße ein Radweg ab, der von Tarvisio nach Jesenice führt und teilweise auf der ehemaligen Bahntrasse liegt.

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Am Ende dieses Wegstücks befindet sich die imposante Eisenbahnbrücke, die bereits 1870 erbaut wurde und in 63 Meter Höhe die Slizza überquert. Wie gingen aber nicht darüber sondern bogen kurz vor der Brücke links in den schmalen Waldweg ein, der Beginn des Wanderweges durch die Slizza-Schlucht („Sentiero orrido dello Slizza“).

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In Serpentinen führte uns dieser Weg bergab dem Ufer der Slizza zu, die unterhalb des Nevea-Sattels in Italien entspringt und nach ca. 30 Kilometer bei Arnoldstein in Österreich als Gailitz in die Gail mündet. Bei diesem Abstieg eröffneten sich uns immer wieder spektakuläre Ausblicke auf die erwähnte Eisenbahnbrücke.

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Fast am Fuß der Schlucht lässt sich von einem kleinen Aussichtspunkt etwas abseits des Weges der Rio Molino beobachten, der sich als 18 Meter hoher Wasserfall in die Slizza ergießt. Dort gibt es allerdings kein Geländer, der Platz ist daher mit Vorsicht zu genießen.

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Der Wanderweg wird nun zu einem Steig mit Brücken und Stufen, teilweise am Fels entlang, teilweise in einer kleinen Grotte.

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Begleitet wird der Weg immer vom Rauschen des glasklaren Wassers.

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Nicht zu übersehen ist das Denkmal für Carl Graf von Arco Zinneberg, auf dessen Idee der Bau des Klamm-Weges zurückging. Laut Inschrift auf dem Denkmal erlebte er diesen nicht mehr, denn er starb 1873 auf der Jagd, während seine Bediensteten den Weg 1874 fertigstellten.

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Der kleine Tunnel kurz danach wurde damals aufwendig per Hand gegraben.

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Weiter führte uns der Weg immer zwischen Wasser und Felsen. Hinter jeder Ecke gibt es neue Einblicke in die Schlucht, es lohnt sich aber auch, hin und wieder einen Blick zurück zu werfen.

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Der Steig ist relativ sicher, trotzdem sollte immer wieder nach unten geschaut werden, da bei unserem Besuch doch das eine oder andere Brett fehlte oder eine Stufe locker war.

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Die Stege enden in einem etwas breiteren Teil der Schlucht. Das Ufer der Slizza lädt dort zum Verweilen ein.

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Die Mutigste von uns ließ es sich nicht nehmen, die Temperatur des Gebirgswassers hautnah zu testen, während der Nachwuchs dafür sorgte, dass unsere Runde bis zum nächsten Regen auf einem Stein verewigt bleibt.

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Die kleine Stärkung, die wir dort am Ufer zu uns nahmen, gab uns die nötige Kraft für den steilen Ausstieg aus der Schlucht.

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Die teilweise sehr hohen Stufen zerrten an unserer noch schwachen Frühlingskondition. So waren wir froh, dass uns die letzte Stiege quasi in den Himmel hinausführte. Wir erreichten ein kleines Plateau, das von einem riesigen Denkmal beherrscht wird.

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Dieses Denkmal wurde 1908 zu Erinnerung an die österreichischen Soldaten errichtet, die bei den Napoleonkriegen 1797, 1809 und 1813 in den Schlachten rund um Tarvisio ums Leben kamen.

Nach einer kurzen Verschnaufspause wandten wir uns dem Waldweg südwestlich des Denkmals zu.

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Dieser führte uns vergleichsweise gemütlich zum Radweg zurück. Bei der einzigen Abzweigung mussten wir uns eher rechts halten. Da nur wenige Meter vom Weg entfernt das Gelände steil in die Slizza-Schlucht abfällt, ist es ratsam, diesen nicht zu verlassen.

Ein (zugegeben etwas verwackeltes) Handy-Video soll euch noch ein paar Eindrücke von unserer Wanderung vermitteln:

Slizza-Schlucht_Karte

Kartenausschnitt © OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA

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