Durch das Kraiger Seental führt ein gemütlicher Spaziergang, der beim Schloss Frauenstein nördlich von St. Veit an der Glan startet.

Dieses an ein Märchenschloss erinnernde Gebäude stammt aus dem 16. Jahrhundert, Ursprünge des Baus gehen bis in das 12. Jahrhundert zurück. Natürlich kamen wir bei dem Anblick ins Schwärmen und träumten davon, die vielen Türme und Gänge erkunden zu können. Dies war uns leider nicht möglich, das Schloss befindet sich in Privatbesitz. Lediglich der Innenhof ist zugänglich und bietet sich zu einem kurzen Verweilen an.

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Durch ein kleines Tor in der äußeren Burgmauer links vom Schloss beginnt der eigentliche Wanderweg.

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Bei der ersten Weggabelung rechts haltend führt dieser Weg entlang des Einödbaches durch Wälder und Wiesen in das Tal der Kraiger Burgen und Seen. Wobei wir „See“ als Begriff für diese Gewässer etwas übertrieben fanden. Es handelt sich dabei eher um Teiche, die definitiv nicht zum Baden gedacht sind. Schön anzusehen sind sie trotzdem:

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Der Weg führte uns immer geradeaus weiter, bis wir auf einem Hügel auf der linken Seite die erste Burg erblickten. Es handelt sich dabei um die Burg Hochkraig.

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Diese Burg wurde am Übergang vom 12. in das 13. Jahrhundert errichtet, war aber bereits seit der Mitte des 17. Jahrhunderts nicht mehr bewohnt und dem Verfall preisgegeben. Traurige Berühmtheit erlangte der mächtige Bergfried der Burg. Dieser wurde 1934 im Zuge des gescheiterten Putschversuchs der österreichischen Nationalsozialisten mit einem riesigen Hakenkreuz versehen. Seit Revitalisierungs- und Schlägerungsmaßnahmen vor wenigen Jahren ist dieses wieder weithin sichtbar, was zu aktuell noch andauernden Diskussionen führte, wie mit diesem Relikt aus der dunklen Zeit unserer Geschichte umzugehen ist. Eine Entfernung ist offenbar nicht einfach möglich, ohne die denkmalgeschützte Burg zu gefährden.

Etwas unverfänglicher ist die Burg Niederkraig, die auf einem Hügel vor uns lag, nachdem wir die Abzweigung nach rechts ignorierten (hier sollten wir später zurückkommen) und weiter geradeaus gingen.

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Burg Niederkraig war die Hauptburg und wurde etwa zur gleichen Zeit wie Hochkraig errichtet und bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bewohnt.

Der Weg machte nun einen kleinen Bogen nach links, die zwei Burghügel jeweils links und rechts davon. Rechts zweigte der gesperrte Aufgang zu Niederkraig ab. Kurz danach fanden wir jenes Viadukt sehr beeindruckend, über das seit dem 15. oder 16. Jahrhundert eine Wasserverbindung zwischen den beiden Burgen bestand.

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Wir nahmen beim Viadukt den rechten Weg und achteten nach dem nächsten Teich auf die Abzweigung nach rechts, die uns auf die andere Talseite führte. In den Wäldern rund um den Wanderweg wurde in den vergangenen Jahrhunderten Erz abgebaut, vor allem Eisen, Blei und Silber. Auch wir fanden einen verlassenen Stollen, den wir für eine kleine abenteuerliche Erkundung nutzten.

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Der Weg zurück zu der bereits erwähnten Weggabelung bot uns immer wieder malerische Ausblicke auf die Teiche und die Ruinen.

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Auf bekanntem Weg ging es dann gemütlich zum Ausgangspunkt zurück. Der gesamte Spaziergang ist ohne größere Anstrengungen in ca. 1,5 Stunden zu bewältigen.

Kraig_Karte

Kartenausschnitt © OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA

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