Es ist nicht immer der direkteste Weg der schönste, so mieden wir die Autobahn und fuhren über den Sella-Nevea-Pass in das Raccolana-Tal. Unser erstes Ziel war die Goriuda-Quelle, ein Ort, von dem Geschichten erzählen, dass dort ein Riese wohnen soll. Der Beginn des Zugangs befindet sich direkt am Rand der Straße. An dieser Stelle gibt es keine Parkmöglichkeit – das Auto kann aber ca. 100 Meter davor oder danach abgestellt werden.

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Der etwa 15-minütige Fußmarsch führte uns stetig bergauf durch den Wald, bis wir zu einer Abzweigung kamen. Den markierten Weg auf die Goriuda-Alm ließen wir im wahrsten Sinne des Wortes links liegen und nahmen den rechten.

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Mit jedem Schritt wurde der Straßenlärm leiser, bis wir schließlich nur mehr das Rauschen des Wassers vernahmen. Noch um eine Ecke und wir standen vor der imposantesten Quelle, die wir je gesehen hatten. Aus einer Höhle sprudelte über Fels und Moospölster Wasser, wodurch wir das Gefühl hatten, nach Mittelerde versetzt worden zu sein.

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Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, und drangen in die Tiefen der Höhle vor, zumindest so weit uns das von außen einfallende Licht mit Helligkeit versorgte. Die Mutigen unter uns machten dies barfuß. Das gefühlt minusgradige Wasser (in Wahrheit hatte es stolze fünf Grad) war zwar ein kurzer Schock, die hochsommerlichen Temperaturen außerhalb der Höhle machten aus dem Erlebnis eine Kneipp-Therapie. Besonders angenehm war das Gehen auf den weichen Moospölstern, dies fühlte sich richtig flauschig an. Im Inneren der Höhle sahen wir ein Boot, dass offenbar für die geführten Höhlenwanderungen verwendet wird, die hier angeboten werden.

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Nachdem wir nun den Ursprung gesehen und erlebt hatte, wollten wir sehen, wohin das Wasser fließt. Wir gingen zurück zum Auto und fuhren wenige Kurven weiter zu unserem nächsten Ziel. Am Parkplatz gab es unübersehbare Schilder mit dem Hinweis, Parken nur für Gäste des benachbarten Lokals. Wir erhielten von den netten Wirtsleuten die Erlaubnis, das Auto für die kurze Wanderung zum Wasserfall dort abzustellen. Der insgesamt 80 Meter hohe Goriuda-Fall ist bereits von der Straße aus zu sehen und in nur fünf Minuten zu Fuß zu erreichen.

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Tatsächlich ist am Ziel nur der untere Teil zu sehen, der 30 Meter hohe sogenannte Sonnen-Fall. Aus luftiger Höhe fällt das Wasser frei herab und sammelt sich in einem kleinen Becken. Auch dieser Anblick begeisterte uns und wir betrachteten den Wasserschleier von allen Seiten. Das Gefühl, hinter dem Wasserfall zu stehen, ist schon ein ganz besonderes. Im Gegensatz zur Quelle, wo wir ganz allein waren, ist dieser Platz etwas frequentierter.

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Aller guten Dinge sind drei, und so besuchten wir noch einen der höchsten Wasserfälle Friauls, den Montasio-Fall. Über 200 Meter stürzt das Wasser dort in mehreren Kaskaden herab. Davor ließen wir es uns nicht entgehen, durch das kleine, autofreie und sehr malerische Dorf Piani di Là zu gehen, vor dessen Beginn eine großzügige Parkmöglichkeit besteht.

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Am Ende des Dorfes führt ein mit Steinen gepflasterter Weg über mehrere Stufen nach unten in wenigen Minuten bis zum Wasserfall.

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Obwohl durch den bisher sehr trockenen Sommer die Wasser-Mengen eher gering waren, genossen wir die kurzen Wanderungen zu diesen wunderbaren Plätzen und hoffen, dabei die Wassergeister in ihrer Ruhe nicht allzu sehr gestört zu haben.

Karte_Raccolana

Kartenausschnitt © OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA

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