Weniger geplant, mehr durch Zufall kamen wir nach Steyr. Diese Stadt war uns bisher nur bekannt durch Hochwassermeldungen und als Namensgeber für Traktoren. Durch Termine war unsere Zeit eher beschränkt, doch was wir in der wenigen Zeit sahen, ließ unsere Herzen höher schlagen:

Fantastische Hausfassaden und kleine enge Gassen prägen diese im Kern mittelalterliche Stadt. Wir genossen eine atemberaubende Atmosphäre bei einem abendlichen Spaziergang kreuz und quer zwischen Häusern. Dieser begann bei der gotischen Stadtpfarrkirche mit Glasfenstern, deren älteste Teile um 1300 entstanden sind, und setzte sich fort über den Stadtplatz bis zur Brücke über die Steyr.

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Nach einem kurzen Abstecher auf die andere Seite der Steyr konnten wir den Zusammenfluss von Enns und Steyr in gezähmter Ausgabe erleben. Dass dies nicht immer so ist, zeigten uns die Hochwassermarken am Ortskai, die wir mit Schaudern betrachteten. Was uns an diesem Abend aber verzauberte, war das Zusammenspiel der abendlichen Sonne mit der märchenhaften Kulisse.

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Beim großen Hochwasser 2002 stieg das Wasser sogar bis zum Stadtplatz. Wir konnten uns selbst davon ein Bild machen, welche Wassermassen dazu notwendig waren. Zukünftige Radiomeldungen, die davon berichten, dass Enns- und Ortskai überschwemmt sind, werden wir ab nun mit einem ganz anderem Gefühl aufnehmen.

Über besagten Ennskai gingen wir an diesem Abend zurück, querten noch einmal den Stadtplatz und stiegen über eine enge Gasse wieder in den oberen Teil der Stadt.

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Am nächsten Vormittag, leider bei Regen, besuchten wir das Museum Arbeitswelt, das über einen Holzsteg neben und über der Steyr erreichbar ist. Dieses Museum befindet sich in einem ehemaligen Fabriksgebäude, das für die oberösterreichische Landesausstellung 1987 adaptiert wurde.

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Die aktuelle Ausstellung dort nennt sich „Hotel Global“ und präsentiert auf sehr anschauliche Art durchaus problematische globale Themen, die zum Nachdenken und einer kritischen Betrachtung unserer Konsumwelt anregen sollen. Wir hielten uns recht lange in diesem „Hotel“ zum Mitmachen auf, in dem in jedem Hotelzimmer andere Themen angesprochen wurden.

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Fasziniert bzw. schockiert hat in einem anderen Ausstellungsbereich die Veranschaulichung der Arbeitswelt am Beginn des Industriezeitalters. Präsentiert wurden der Nachbau einer Wohnbaracke, typische Industriemaschinen und ein altes Steyrer Gasthaus, welches der arbeitenden Bevölkerung damals Wärme und Trockenheit sowie die Möglichkeit zum Gedankenaustausch bot.

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Zum Abschluss unseres Besuches in Steyr wollten wir eines der prachtvollen Altstadt-Häuser auch von innen sehen. Also statteten wir dem Stadtmuseum einen Besuch ab. In dem fast schon labyrinthartig angeordneten Ausstellungsräumen beeindruckte uns neben den alten Räumen die Sensenschmiede, die die Schwere der Arbeit sehr anschaulich demonstrierte.

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Schweren Herzens mussten wir uns danach von dieser wunderbaren Stadt verabschieden, bedauernd, dass wir uns nicht noch intensiver mit ihr auseinandersetzen konnten. Wir sind jedoch festentschlossen, dies einmal nachzuholen – spätestens im Jahr 2021, in dem wieder eine Landesausstellung in Steyr stattfinden soll. Sowohl das Museum Arbeitswelt als auch das Stadtmuseum sind dafür als Ausstellungsorte vorgesehen.

Vielleicht übernachten wir dann abermals in der Ferienwohnung „Bei Freunden“, die wir nur empfehlen können. Diese geräumige Unterkunft befindet sich in Saaß, etwas außerhalb von Steyr. Sie bietet gemütliches Wohnambiente in einer ruhigen Umgebung, ideal für Familien.

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