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Schlösser sind uns hauptsächlich als Herrschafts- und Wohnsitze der Adeligen bekannt. Es gibt aber auch solche Prunkbauten, die nur zum Vergnügen errichtet wurden. Dazu zählt das Schloss Hellbrunn bei Salzburg, in dem nie jemand gewohnt und höchstwahrscheinlich auch nie jemand übernachtet hat. Auch heute bietet dieses Schloss und seine Umgebung vielfältige Unterhaltung für alle Altersklassen.

Wasserspiele:

Wer nach jenen Plätzen in Österreich sucht, die man einmal gesehen und erlebt haben muss, wird an den Wasserspielen von Schloss Hellbrunn nicht vorbei kommen. Der Salzburger Erzbischof Markus Sittikus ließ diese zu Beginn des 17. Jahrhunderts im Park seines neu errichteten Schlosses errichten. Sie dienten, wie das Schloss selbst, nur zur Belustigung von sich und seinen Gästen.

Die Wasserspiele können nur mit Führungen besichtigt werden, die perfekt organisiert sind und mit einem kurzen geschichtlichen Überblick im Theatrum beginnen. Dort befindet sich ein großer Steintisch, an dem sich die Gäste zwar an frischem Quellwasser bedienen, nach Lust und Laune des Gastgebers aber auch von allen Seiten nass werden konnten. Sein Sitzplatz ist auch der einzige, der immer trocken blieb.

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Markus Sittikus muss wirklich eine sehr eigenwillige Person gewesen sein. Als Erzbischof eher konservativ in seinen Ansichten und als Erbauer des Salzburger Doms bekannt schien er sich in seiner Freizeit in die Welt der Phantasie zu flüchten und ein fast noch kindlichen Gemüt auszuleben. Die Wasserspiele sind ein sehr gut erhaltenes Beispiel dafür, und so führte uns der Weg vorbei an Brunnen und durch Wasserkraft angetriebene Figuren zu den diversen Grotten.

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Diese kleinen, künstlich angelegte Höhlen sind meistens reich verziert (z.B. mit Muscheln) und in irgendeiner Form kommt immer wieder das Wasser ins Spiel. So hört man Vogelgezwitscher, das durch Pfeifen laufendes Wasser erzeugt wird, die Durchgänge werden durch Wasserwände versperrt oder nach dem Verlassen des Gebäudes spritzt das Wasser aus nicht erwarteten Quellen.

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Wie hat unser Führer so nett gesagt: „Sie werden nass werden. Wer darüber lachen kann, hat sich selbst etwas Gutes getan.“ Dennoch vielen Dank an rechtzeitige Hinweise zum Schutz unseres Fotoapparats. Die Wasserspiele sind immer auch ein Spiel zwischen den Führern und den Besuchern, können die Spritzer teilweise doch ganz bewusst gesteuert werden. Besonders an heißen Sommertagen empfehlen wir, sich auf das Spiel einzulassen. Dann macht es wirklich einen Riesen-Spaß. Ganz Vorsichtige können sich ja an den nassen Stellen oder an diversen Löchern orientieren – es wird aber nicht immer nützen. 😉

Ein weiterer Höhepunkt ist das mechanische Theater aus dem 18. Jahrhundert. Dieses beeindruckt durch 107 starre und 138 drehende Holzfiguren sowie einem Orgelspiel, alles durch Wasserkraft angetrieben.

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In der Mydasgrotte erlebten wir den Tanz einer Krone auf einem Wasserstrahl. So lange sich diese Krone bewegte, blieben wir trocken, aber danach wurde es wieder lustig und auch beim Verlassen des Gebäudes mussten wir aufpassen bzw. hoffen, dass der Wassertunnel stabil blieb.

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Monatsschlössl:

Nachdem wir uns in der warmen Sommersonne getrocknet hatten, machten wir uns auf dem Weg zum Monatsschlössl. Dieses kleine Jagdschloss liegt auf einer Anhöhe neben dem Schlosspark, ist über steile Wanderwege in wenigen Minuten zu erreichen und beherbergt das Volkskundemuseum Salzburg. Den Namen erhielt das Gebäude nach einer Legende, nach der ein prominenter Gast durch den Bau innerhalb eines Monats überrascht werden sollte.

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Das über die drei Stockwerke verteilte Museum vermittelt einen guten Eindruck über bäuerliches Leben und Brauchtum im Land Salzburg.

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Durch ein offenes Fenster genossen wir den Ausblick auf das Schloss und die Stadt Salzburg.

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Zoo:

Unmittelbar am Beginn des Weges zum Monatsschlössl liegt einer der Eingänge zum Salzburger Zoo. Am Fuß einer markanten Felswand gelegen führt der langgezogene Weg durch die Welt der Tiere.

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Schloss:

Nach einem gemütlichen Spaziergang in den ausgedehnten Parkanlagen besichtigten wir schließlich noch das Schloss selbst.

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Dieses und die Ausstellung dort ließen wir uns mittels Audioguide erklären. Positiv fanden wir, dass diese Erklärungen nicht allzu langatmig waren, sodass wir einerseits das Wesentliche erfahren und andererseits das Schloss auf uns wirken lassen konnten. Die Ausstellung brachte uns noch einmal die Welt des Markus Sittikus näher.

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Ein Höhepunkt sind sicher die bemalten Wände im Festsaal und im benachbarten Oktogon, in dem eine Installation auf die gute Akustik dieses Raums bzw. auf eine der ersten Opernaufführungen nördlich der Alpen hinweist.

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Die unerwartete Welt des Markus Sittikus wird noch einmal in jenem Raum mit Skurrilitäten aus der Tierwelt deutlich. Und ob das ausgestellte Einhorn als Beweis für dessen Existenz angesehen werden kann, wird dort auch erklärt.

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Der Blick aus einem der Fenster hinauf zum Monatsschlössl ließ uns die wunderbaren Stunden voller Unterhaltung und Spaß Revue passieren. Für weitere Informationen, vor allem zu Öffnungszeiten und Eintrittspreisen, empfehlen wir die Homepages von Schloss Hellbrunn und dem Salzburger Zoo.

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