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Wie der Name verrät, war das Gebiet rund um Salzburg schon immer bekannt für sein Salzvorkommen. Ein weiterer Hinweis in den Ortsnamen ist der alte Begriff „Hall“, der im Alpenraum für Salz oder Sole steht. Bad Reichenhall in Bayern unweit der Grenze zu Österreich ist somit reich an Salz oder auch reich durch Salz. Nicht umsonst wurde dieser Rohstoff lange Zeit als weißes Gold bezeichnet.

Das eigentliche Salz wird im Berchesgadener Land aus mit Salz angereichertes Wasser, der Sole, gewonnen. Wir konnten zwei Arten der Solegewinnung an einem sehr heißen Sommertag kennenlernen, beide verbunden mit einer willkommenen Abkühlung. Da wäre zunächst das Schaubergwerk in Berchtesgaden, wo seit 500 Jahren Sole durch Bergbau gewonnen wird. Den Besuchern bietet sich dort ein eindrucksvolles Spektakel unter Tage mit Grubenbahn, Bergmannsrutschen, Multimedia-Shows, Lichtinstallationen sowie Fahrten mit einem Floß über einen Salzsee und mit einem Schrägaufzug.

Viel beschaulicher geht es hingegen in der alten Saline in Bad Reichenhall zu. Dort ist die Sole in Form von salzhaltigen Quellen bereits vorhanden und muss nur mehr aus dem Berg gepumpt werden. Die alte Saline wurde zu diesem Zweck nach einem Brand des Vorgängerbaus im Jahr 1834 errichtet.

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Im Zentrum steht das große Brunnenhaus, in dem zwei 13 Meter hohe Wasserräder seit dieser Zeit ununterbrochen für den Betrieb der Pumpen sorgen. Diese fördern die Sole aus 14 Metern Tiefe empor. Das Klingeln einer Glocke zeigt dem Brunnenwärter immer die Vollendung einer Umdrehung und somit den ordnungsmäßigen Betrieb an.

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Mit einer Führung lässt sich der Untergrund der alten Saline erkunden. So tauchten auch wir unter Tage und spazierten bei ca. 11 Grad in der unterirdischen Salzwelt von Bad Reichenhall. Auch im Hochsommer sind Jacke und geschlossene Schuhe an dieser Stelle ein wertvoller Tipp, der den Aufenthalt dort richtig angenehm macht. Die marmorverkleideten Stufen und Wege können ein wenig rutschig sein.

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Die Erklärungen unserer Führerin waren sehr spannend und gaben einen guten Einblick in die Geschichte dieser Saline. Die unterirdischen Gänge, die zumeist über den eingefassten Quellbächen verlaufen, erschienen uns wie ein Labyrinth, in dem wir ohne Anleitung sicher nicht hinausgefunden hätten.

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Zu sehen bekamen wir beispielsweise ein weiteres, kleineres Wasserrad, das mit Hilfe eines Gestänges, das über mehrere Ecken führt, eine Pumpe antreibt.

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Wir kamen vorbei an den verschiedensten Quellen (sowohl Süß- als auch Salzwasser), die sich teilweise unmittelbar nebeneinander befinden, und bestaunten die Salzgrotte.

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Der anschließende Gang durch das Salzmuseum füllte nun endgültig unsere wenigen noch vorhandenen Wissenslücken in Bezug auf die Salzgewinnung. Da die Quellen der alten Saline mittlerweile einen für die Salzgewinnung zu geringen Salzgehalt haben, wird deren Sole heute nur mehr für den Kurbetrieb verwendet. Auch die umliegenden Gebäude wie die Sudhäuser, die Werkstättengebäude usw. haben seit Inbetriebnahme der neuen Saline 1929 keine Verwendung mehr, sind aber als eindrucksvolles Gebäudeensemble erhalten geblieben, in dem nach und nach neues Leben einzieht.

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Für das Salzbergwerk in Berchtesgaden und die alte Saline in Bad Reichenhall gibt es vergünstigte Kombitickets. Wir sind froh, dass wir diese in Anspruch genommen haben, fanden wir die Saline wegen ihrer Ursprünglichkeit und der authentischen Präsentation doch sehenswerter. Wer allerdings mehr Action bevorzugt, ist im Schaubergwerk besser aufgehoben, muss dafür aber auch mit einem viel höheren Besucheransturm rechnen, während es in Bad Reichenhall doch etwas gemütlicher zugeht (zum Vergleich bei unserem Besuch in Berchtesgaden Führungen alle 10 Minuten mit ca. 50 Personen, in Bad Reichenhall alle 60 Minuten mit ca. 10 Personen).

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