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Es war nicht das erste Mal, dass wir den faszinierenden, freifallenden Wildensteiner Wasserfall besuchten – im Sommer ein sehr frequentierter Ort mit garantierter Abkühlung. Doch auch jetzt im Herbst war trotz eines Vormittags mitten in der Woche ungewohnt viel los dort: Ein kleines Filmteam und mehrere Wanderer besuchten wie wir diesen magischen Platz. Ob es an der ORF-Sendung „9 Plätze – 9 Schätze“ liegt, dass dieser Ort soviel Aufmerksamkeit bekommt?

Nein, wir sind überzeugt, es ist die Schönheit und die Faszination des 54 Meter hohen Wasserfalls. Von der Rosentaler Bundesstraße ist die Abzweigung westlich von Wildenstein und die kleine Straße zum Parkplatz beim Gasthof „Zum Wasserfall“ gut ausgeschildert. Dort beginnt ein breiter Wanderweg, der in Serpentinen bergauf führt, wobei das Rauschen des Wassers immer lauter wird und der Wasserfall selbst auch das eine oder andere Mal durch die Bäume ins Blickfeld kommt.

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Bei einem kleinen Rastplatz wird der Weg schmäler, er bleibt aber weiterhin gut begehbar.

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Die Abzweigung Richtung Hochobir ignorierten wir vorerst und gingen geradeaus bis zur Aussichtsplattform direkt vor dem Wasserfall. Bis hierher benötigten wir etwa 20 Minuten, ein idealer Familienausflug, die Bänke laden zur Rast ein, die Entfernung zum Wasser garantiert ein trockenes Genießen.

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Die Plattform dient auch zur Absperrung des deutlich sichtbaren Wegs rund um den Wasserfall. Verbotsschild war bei unserem Besuch zwar keines vorhanden, es ist aber eine Gewissensentscheidung, ob man sich näher heranwagt. Steinschlaggefahr besteht bei ungesicherten Felswänden eigentlich immer. Auch wir müssen zugeben, der Verlockung erlegen zu sein, das fallende Wasser aus der Nähe zu betrachten.

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Das folgende Bild verdeutlicht die Höhe des Wasserfalls, wie klein doch der Mensch im Gegensatz dazu ist…

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Alle „Sonntagsausflügler“ gehen nach dem Genuss dieses Naturschauspiels denselben Weg wieder zurück zum Parkplatz. Wir wollten die Gegend allerdings noch etwas länger erkunden. Dazu gingen wir das kurze Stück zurück zu der bereits erwähnten Abzweigung und folgten dem Wanderweg Richtung Hochobir.

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Dieser Weg ist etwas anspruchsvoller, er führt steil bergauf und erfordert an manchen Stellen eine gewisse Trittsicherheit. Das nasse Herbstlaub war selbst für unsere guten Wanderschuhe eine Herausforderung, neue Ausblicke auf den Wasserfall entschädigten aber dafür.

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Nach dem Anstieg erreichten wir eine weitere Weggabelung, von der wir nach links den Weg mit der Nummer 6 folgten.

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Durch dichtes Gestrüpp ging es hinunter zum Bach, den wir auf einer recht wackeligen Holzbrücke überquerten. Das sanfte Geplätscher des Wassers lässt nicht erkennen, dass sich dieses etwas später über die Felswand ins Tal stürzt.

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Wieder führte uns der Weg bergauf, allerdings ist er in diesem Abschnitt leider wenig gepflegt, teilweise schwer zu erkennen und durch umgestürzte Bäume blockiert.

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Schließlich erreichten wir eine kleine Ebene Fläche. Geradeaus sahen wir einen etwas breiteren Weg, wir gingen aber links querfeldein den Hügel hinauf zu unserem eigentlichen Ziel, den Resten der Ruine Wildenstein. Das große Erdbeben von 1348, das auch für den Bergsturz beim Dobratsch verantwortlich war, hat die bereits im Jahr 1147 erwähnte Burg zerstört, sie wurde danach angeblich wieder aufgebaut. Der Zugang führte durch einen kleinen Graben, der vielleicht der Burggraben gewesen sein konnte. Am „Gipfel“ angekommen (ca. 40 Minuten ab Wasserfall) genossen wir zunächst die Aussicht ins Tal und machten uns danach auf die etwas mühselige Suche nach den verbliebenen Mauerresten. Vieles davon dürfte noch in der Erde verborgen sein. Wanderer vor uns haben offenbar die Gelegenheit genützt, um aus einigen Steinen einen kleinen Mauerteil „wiederaufzubauen“.

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Laut einer alten Sage ist dieser Ort von einer verwunschenen Jungfrau bewohnt. Erst wenn dort eine dreispitzige Fichte wächst und aus dieser eine Wiege gezimmert wird, kann der Fluch von jener Person aufgelöst werden, die darin aufwächst. Dann kann angeblich auch der Schatz unter der Burg gehoben werden. Da es somit für uns sinnlos war, nach dem Schatz zu suchen, machten wir uns wieder auf den Heimweg.

Für diesen gibt es zwei Möglichkeiten. Denselben Weg retour wollten wir uns aufgrund der rutschigen Blätter nicht antun. Also gingen wir den bereits beschriebenen, breiten Weg von der ebenen Fläche unterhalb der Burg bergab, der bald in eine Forststraße mündet. Auf keinen Fall sollte der vermeintliche Burggraben als Weg interpretiert werden, dieser führt geradewegs in eine steile Schlucht.

Die Forststraße ins Tal war zwar weniger attraktiv, bot uns aber Gelegenheit, die Wunder der herbstlichen Natur näher zu betrachten.

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An der Bundesstraße angekommen benutzten wir den Fußgängerstreifen auf der anderen Seite, gingen nach links weiter bis zur Abweigung Richtung Wasserfall und von dort die kleine Straße leicht bergauf, die wir schon von der Zufahrt zum Parkplatz kannten. Zu Fuß hatten wir jedoch mehr Zeit, die Tiere in dem kleinen Gehege zu beobachten.

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Fast am Parkplatz angekommen weckte noch ein kleines Handwerksmuseum unser Interesse. Wir waren zeitlich jedoch schon etwas knapp und bewunderten nur schnell die von der Straße aus einsehbaren Objekte. Den Besuch des Museums selbst haben wir uns aber für den nächsten Besuch des Wildensteiner Wasserfalls vorgemerkt.

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Kartenausschnitt © OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA

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